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 Schleizer Dreieck Racing von 1923 bis zur heutigen IDM 2014
Vorbericht Schleizer Dreieck Racing von 1923 bis zur heutigen IDM 2014

Am Wochenende 18-20.07 2014 startet die IDM auf dem Schleizer Dreieck in die zweite Saisonhälfte.
Die Rennen werden auf der noch verbliebenen letzten ältesten Naturrennstrecke Deutschlands imThüringischen Schleiz nahe Plauen gefahren.

Am 10. Juni 1923 erlebte das Schleizer Dreieck das erste Rennen für Motorräder und Automobile damals noch 7,6 km langen Straßen Rennstrecke als Brennstoffprüfung deklariert.
Damit ist sie die älteste Naturrennstrecke in Deutschland und 1924 wurde der 1. Deutsche Kraftradmeister dort ermittelt.
Somit begann eine einzigartige Geschichte dieser Motorsportstätte im Schleizer Oberland.
Tausende von Zuschauern säumten zu den Rennveranstaltungen die Rennstrecke.
Nach zehn Jähriger Unterbrechung durch den 2. Weltkrieg ging es ab 1949 wieder los und abermals kamen tausende von Zuschauer nach Schleiz.
Vorwiegend die Motorrad- und Seitenwagenrennen und später auch die legendären Autorennen der Formel III mit Fahrern aus dem europäischen Ausland und Übersee kennzeichnen einzigartigen Motorsport auf dem Schleizer Dreieck.
Zu DDR- Zeiten kamen rund 200.000 Zuschauer an das Schleizer Dreieck und verfolgten den Motorsport.
1988 wurde die Rennstrecke auf 6,8 km verkürzt, wegen der Sicherheit mit dem Wegfall der Haarnadelkurve und großzügige Sicherheitsstreifen kennzeichnet nun den Streckenverlauf.
Ab 1989 gingen auch wieder die Fahrer aus den westlichen Ländern an den Start.
Mit der Gründung der Betreibergesellschaft 1991 wurde eine Basis für weitere Motorsportveranstaltungen geschaffen.
Seit 1991 gastiert die Deutsche Motorradmeisterschaft wieder auf dem Schleizer Dreieck.
Im Jahr 2004 wurde das Dreieck entsprechend der neuesten Sicherheitsanforderungen nochmals auf 3,8 km verkürzt.
Am Wochenende 18-20.07 2014 wird erstmals der AMC Schleizer Dreieck e.V. die IDM-Veranstaltung am Schleizer Dreieck ausführen.
Für die Leute die sich nichts darunter vorstellen können, es ist so ähnlich wie die Solitude- Rennstrecke am Glemseck bei Leonberg.
Die Beschreibung kleiner Schachsenring Gp in Thüringen Trift die Sache wohl am besten.
Mit Zeltplatz so wie der Ankerberg bei der Moto Gp, rundum Veranstaltung, Paddock Zugang ohne große Umwege.
Einfach Rennsport pur zum anfassen, ich kann nur jeden Biker raten nehmt Euch die Zeit und besucht diese Veranstaltung der IDM in Schleiz.

Was war los an den Renntagen in Schleiz?

Nun nach sehr kalten und Regnerischen Rennen auf dem Lausitzring, Oschersleben und Nürburgring, meinte es das Wetter am Wochenende in Schleiz gut.
Mit Temperaturen um 34° und Sonne satt, war das ganze schon ein wenig zu viel.
Denn an diesem Wochenende waren die Rennen auf dem wohl schwierigsten und anspruchsvollsten Kurs zu Hause.
Schleiz gilt unter den Piloten, als reine Fahrer Strecke, körperlich ist es wohl die anstrengendste Strecke im Kalender im Jahr und der Körperliche Fitness ist der ultimative Schlüssel hier ganz oben auf dem Podium zu stehen.
Vor allem bei den Piloten der IDM Superbike geht es heute stressig zu.
Am Schleizer Dreieck, bestehen in Sachen Lärm strenge Regeln, diese Lärmbeschränkungen fordern Tribut.
Am Sonntag ist die Fahrzeit begrenzt, somit müssen die Superbike- und Superstock / Supersport ihre ersten Rennen am Samstag fahren.
Was ich persönlich gar nicht so schlecht fand.


Max Neukirchner Bestzeit Superpole!

Wie es zu erwarten war so kam es auch, Fahrer Max Neukirchner 3C -Ducati Team spielte seinen Heimvorteil aus.
Mir persönlich war es schon im Voraus klar, dass der Max seinen Team Kollegen hier hinter sich lassen wird.
Die Strecke in Schleiz ist nicht einfach zu fahren, hier brauch man richtig Mut und auch vertrauen in sein eigenes können.
Bei sengender Hitze ca. 32° trugen die Piloten der IDM Superbike ihre Superpole aus, eine schnelle Trainingsrunde gleich am Morgen zu fahren, war wohl die Richtige Entscheidung.
Max Neukirchner ging als Erster auf die Strecke und holte die Bestzeit vor Fores und Reiterberger.
Das Thermometer kletterte zum zweiten Training unaufhörlich in Richtung über 30 Grad und machte eine Verbesserung der Rundenzeiten unmöglich.
Die Bestzeit hatte am Morgen der 3C-Ducati-Pilot Max Neukircher, vor Dauerkonkurrent Markus Reiterberger (van Zon-Remeha-BMW) und diesen 0,197 Sekunden hinter sich gelassen.
Javier Fores (3C-Ducati) verbesserte sich zwar um 0,02 Sekunden, was an seiner dritten Position aber nichts änderte.
Verstärkt wurde das 3C-Ducati Team von Lorenzo Lanzi, viele kennen den Italiener noch aus der WSBK.
Lorenzo Lanzi, neu auf der 3C-Ducati, fand nach achtmonatiger Pause Gefallen an seiner Ducati und an der Schleizer Strecke, so dass Er seine Zeit in der Mittagshitze um eine Sekunde nach unten schraubte.
Dringend nötige Abkühlung von innen und von Außen, aller beteiligten war an diesen Wochenende nötig, eingeschlossen auch die Motorräder, diese wurden nach der Superpole mit großen Windgebläsen abgekühlt um Motorschäden zu vermeiden.

Zeiten Superpole!
1. 1,24.040 Max Neukirchner
2. 1.24,512 Javier Fores
3. 1.24,581 Markus Reiterberger
4. 1.25,398 Lorenzo Lanzi
5. 1.25,635 Stefan Nebel
6. 1.25,656 Michael Ranseder
7. 1.25,734 Bastien Mackels
8. 1.25,944 Damian Cudlin
9. 1.26,371 Gareth Jones


Start-Ziel-Sieg für Neukirchner 3C-Ducati Team!

In der ersten Startreihe hatten sich die Max Neukirchner und Javier Fores 3C-Ducati-Piloten und BMW-Mann Markus Reiterbergeraufgestellt, Lorenzo Lanzi (Ducati), Stefan Nebel (BMW) und Michael Ranseder (Honda) hatten in Reihe2 Aufstellung genommen.
Neukirchner nutzte seine Pole-Position perfekt aus und beendete die erste Runde als Führender. 0,9 Sekunden dahinter lag Reiterberger.
Auf den Plätzen 3 und 4, bereits mit drei Sekunden Rückstand auf den Führenden, waren Lanzi und Fores unterwegs.
Lucy Glöckner war in der ersten Runde gestürzt und landete im Medical Center.
Für Neukirchner gab es kein Halten mehr und er setzte sich in der Anfangsphase in Sekundenschritten von den Verfolgern ab.
Auch Reiterberger war flott unterwegs, doch von hinten näherte sich Seriensieger Fores und war in der vierten Runde im Windschatten des Bayern unterwegs.
3C Ducati Pilot Lanzi lag da schon vier Sekunden hinter den Top-Drei der Gesamtwertung.
In Runde 6 ging Fores an Reiterberger vorbei und machte sich daran, die vier Sekunden zu Neukirchner aufzuholen.
Doch der Sachse dominierte das Rennen von der Spitze weg.
Hinter den ersten Drei tat sich über die Distanz nicht wirklich viel, da alle allein unterwegs waren. Lediglich Lanzi und Ranseder hatten sich bei der Jagd nach Platz 5 zusammengetan.
In der elften von 18 Runden stürzte Honda-Pilot Daniel Kartheiniger und überliess den möglichen Top-Ten Platz seinem niederländischen Marken-Kollegen Danny de Boer.
Für die Schlussphase hatte sich Reiterberger wieder an Fores rangearbeitet.
Während Max Neukirchner einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg entgegenfuhr, ging es zwischen den beiden Dauerkonkurrenten am Ende heiß her.
Auf Platz 2 sah zum Schluss der Spanier das Ziel, Reiterberger musste sich mal wieder mit Platz 3 zufrieden geben.
Der Sieg in der Superstock-Klasse ging an Dominik Vincon vor Marco Nekvasil und Marc Moser.

Auch das zweite Rennen am Sonntag stand im Zeichen von 3C-Ducati und Max Neukirchner.
Dieser hatte es zum Schluss noch mal richtig krachen lassen und gewann mit einem Vorsprung von elf Sekunden vor Fores, und Reiterberger.
Es ist wohl bloß eine Frage der Zeit, bis wir alle drei 3C Ducati Piloten auf den Podium sehen werden.
Der Sieg der Superstock-Klasse ging an Marco Nekvasil, zweiter Marc Moser und Dominik Vincon, Lucy Glöckner blieb nur der undankbare 4 Rang.
Zu erwähnen ist noch das auch die Side-Cars hier an den Start gingen und natürlich wurde auch eine Gedenkminute, an die auf den Sachsenring vor einer Woche schwer verunglückten Kurt Hock & Enrico Becker gedacht.
Leider erlag Enrico noch seinen Verletzungen an der Unfallstelle, Kurt Hock liegt noch schwerverletzt im Krankenhaus in Chemnitz, für Ihn alles Gute und baldiges wiedersehen.
Somit ging ein heißes Wochenende in Schleiz zu Ende.
Ich freu mich schon ganz besonders auf das nächste Rennen, IDM 8-10.08. 2014 in Holländischen ASSEN.

Maik Mennicke   (Speed Foto #24)

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