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 MotoGP Sachsenring Juni 2014
MotoGP Sachsenring 18-20 Juli 2014

Nun war es mal wieder soweit: die Moto GP gab sich die Ehre auf ehrwürdigem Boden.
Die Strecke in Hohenstein-Ernstthal, genannt Sachsenring, stand im Kalender auf dem Programm.
Die Wettervorhersage war mit Bedenken versehen, es kam aber dann noch schlimmer als angenommen.
Anreise war wie immer der Donnerstagmittag.
Dann die Pension beziehen und das ganze Equipment aufbauen, eben alles, was ich so brauche um die Fotos zu bearbeiten.
Begrüßung mit kühlem Gerstensaft und ab zum Ring, um die Lage zu checken.
Der Ankerberg war schon gut bevölkert. Nach meinem Eindruck waren mehr Leute auf dem Ankerberg als in den letzten Jahren.
Und das schon ab Mittwoch vor dem Großen Rennen! Es ist natürlich kein Geheimnis mehr, daß unsere Deutschen Helden in der Moto2 & MotoGP hier richtig am Kabel ziehen!

Freitag: Freie Trainings

Freitags ist Wandertag auf der Strecke. Wandertag deshalb, weil man auf alle Tribünen darf.
Die meisten der Leute wissen das und nutzen diese Alternative, um sich den Tag zu vertreiben.
Auch ich nutze diesen Tag immer um Fotos aus bestimmten Perspektiven zu machen.
Nach der Mittagspause bin ich in das Innere vom Omega gegangen.
Das ist natürlich nicht für jeden zugänglich, zum Glück aber für uns Presseleute.
Ich kann hier nur beschreiben, dass es schlechthin der Hammer ist, bei der MotoGP so nah vor Ort zu sein.
Ohrenstöpsel sind hier dringend erforderlich!
Aber auch für den normalen Zuschauer bietet der Sachsenring einiges an guten Stehplätzen.
Wer mal die Kraft der Bikes richtig spüren möchte, der muss in das Omega außen gehen.
Ausfahrt Omega, da stürzen sich die Fahrer in einer atemberaubenden Linkskurve den Berg Richtung Karthalle herunter, dieser Teil ist für jeden zugänglich.

Die Schräglage ist phänomenal, der Sound überwältigend, es bebt der ganze Körper, wenn die Akteure mit Ihren Raketen in ca. 2,5m Abstand an einem vorbei rasen.
Ja ich übertreibe nicht, der Zaun zwischen Standpunkt Zuschauer und Akteur ist an dieser Stelle wirklich nur 2,5m voneinander entfernt.
Ich kann das nur jedem ans Herz legen.
Das müsst Ihr Euch mal live anschauen.
Für jeden richtigen Biker ein Muß!
Zum Abschluss des Tages kam dann noch ein schönes Gewitter, was für den Zeltplatz auf dem Ankerberg nicht so gut war.

Samstag Start & Ziel und das gesamte Omega im Außenbereich.

Nun haben wir schon wieder Samstag und die Quali Trainings stehen an.
Ich habe mir bewußt diesen Abschnitt der Strecke heraus gesucht, da ich hier die meisten Möglichkeiten habe, um meinen Standpunkt zu verändern.
Der Tag war gut, das Wetter war sonnig, leichte Bewölkung und ein wenig Wind.
Einfach perfekt um gute Fotos zu machen.

Sonntag Race Day.

Wie sagt man so schön, aufgewacht, Sonne lacht und der Ankerberg hat den Tag pünktlich um 7:00h mit ein paar kräftigen Böllerschüssen eingeläutet.
Somit war der Race Day zur MotoGP auf dem Sachsenring 2014 eröffnet!
Pünktlich zum Hauptrennen der MotoGP, fing es ganz leicht an zu regnen. Aber nur ganz kurz, es hat aber ausgereicht, um die ganze Startaufstellung gehörig durcheinander zu würfeln.
Eigentlich hätte man sich die Qualifyings sparen können, denn die Einführungsrunde war an diesen Sonntag das Qualifying selbst.
Wer die Situation richtig erkannt hat und die anderen Konkurrenten in dieser Runde überholt hat, um rechtzeitig in die Box zu kommen, um dort das Bike zu tauschen, war schon so gut wie der Sieger in diesem Rennen!

Der Start war pures Chaos. Stefan Bradl war innerhalb der ersten drei Startreihen der Einzige, der in der regulären Startaufstellung ins Rennen ging.
Auch er war zunächst mit Regenreifen in den Grid gefahren, doch sein Team pokerte und wechselte auf Slicks.
Die anderen 14 Piloten fuhren an die Box und wechselten auf die Motorräder mit Trockenreifen, starteten aus der Boxengasse.
Der Start erfolgte und die Masse an Zuschauern tobte, denn ein Deutscher beim Heimrennen führte in der Moto GP das Feld an.
Ich kann es gar nicht richtig beschreiben, aber das Gefühl und diese Atmosphäre der Menschenmassen, die sich alles aus dem Leib brüllten und jubelten, stellt bei mir immer noch die Nackenhaare hoch.

Einfach unbeschreiblich, das werde ich nie vergessen, wie es in den ersten Runden dort auf dem Sachsenring abgegangen ist.
Leider wurde das Bike von Stefan Bradl zum Rennen nicht vollständig auf das Trockensetup umgebaut.
Schuld war eine Unterlegscheibe, die beim Wechsel des hinteren Federbeins nach unten gefallen war und diese wieder einzufädeln war sehr schwierig.
Das hat womöglich den Sieg des Bayern beim Heimrennen zunichte gemacht.
Deshalb bekam Stefan im weiteren Verlauf im Rennen Probleme, weil das Setup nicht paßte.
Nachdem er die ersten Runden lang in Führung lag, wurde der Deutsche schließlich bis auf Platz 16 durchgereicht.

So jetzt aber mal zu unseren Helden mit den roten Diven aus Bologna!
Leider spielen unsere Helden zurzeit nicht so eine dominierende Rolle, aber Sie kämpfen für uns um die Ehre der roten aus Bologna und verkaufen sich nicht unter Wert.
Der Italiener Andrea Dovizioso sagte, es war ein schwieriges Rennen, weil wir leider nicht das Beste aus der Situation herausholen konnten.
Ich habe am Start einen Fehler gemacht und vergessen, den Pitlane-Limiter auszuschalten.
Dadurch verlor ich einige Plätze und das hat das ganze noch schwieriger gemacht.
Der Fights nach vorn mit Aleix Espargaro, waren Kräfte raubend.
Er hat mich immer wieder aufgehalten und ich kam noch im nassen Teil der Strecke von der Linie ab und verlor weitere Sekunden.
Eine schnellere Pace konnte ich nicht anschlagen und das ist etwas schade, denn wir hätten bei den Bedingungen echt ein besseres Ergebnis holen können.
Aber trotzdem, nach der ersten Saisonhälfte vierter der Gesamtwertung zu sein, ist in jedem Falle mehr als positiv.

Auch für Cal Crutchlow war es ein hartes Rennen. Er mußte sich von Platz 17 wieder nach vorn kämpfen.
Cal überholte seinen Kollegen Dovizioso und lag auf Rang sieben, doch in den letzten vier Runden musste er Pol Espargaro, Dovizioso und Alvaro Bautista noch durchlassen.Cal Crutchlow wurde am Ende Zehnter.

Pramac-Pilot Andrea Iannone, der starker Fünfter wurde und damit bester Ducati-Pilot.
Im Ziel ging der vierte Platz an Valentino Rossi, vor Iannone, Aleix Espargaro und dessen Bruder Pol. Dovizioso, Bautista und Crutchlow machten die Top Ten komplett. Auch Redding, Aoyama, Abraham, Hayden und Danilo Petrucci (Octo IodaRacing Team) holten Punkte.

Bradl wurde letztendlich bis auf Rang 16 durchgereicht.
Ja, so ist wieder Geschichte geschrieben worden am Sachsenring.
Für alle, die dieses Spektakel noch nie live erleben konnten, kann ich nur raten, sich im Jahr 2015 drei Tage frei zu nehmen und sich das ganze mal vor Ort näher anzuschauen.

Nachtrag zu Samstag!

Das Motorradfest auf dem Sachsenring wurde am späten Samstagnachmittag von einem tödlichen Unfall überschattet.
Im zweiten Zeittraining der Seitenwagen-WM ereignete sich in der Sachsenkurve ein schwerer Unfall des Gespanns von Kurt Hock (53) und Enrico Becker (31).
In der offiziellen Mitteilung der Veranstalter heißt es zum Unfallhergang:
Das Gespann durchquerte mit hoher Geschwindigkeit das Kiesbett in der Sachsenkurve und rutschte ungebremst in die Leitplanken.
Die sofortigen eingeleiteten Rettungsmaßnahmen, konnten die schweren Verletzungen von Beifahrer Enrico Becker nicht mehr lindern, dieser erlag noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen.
Der Veranstalter und alle Beteiligten sprechen der Familie von Enrico Becker ihr tiefstes Mitgefühl aus und versichern ihre aufrichtige Anteilnahme, heißt es in der offiziellen Mitteilung weiter.
Enrico Becker war einer der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Beifahrer der Seitenwagen-Szene, und er wird dem internationalen Seitenwagensport fehlen.
Kurt Hock wurde in das Klinikum Chemnitz verlegt, wo er derzeit medizinisch versorgt wird. Auf Wunsch der Familie und des Seitenwagen-Starterfeldes wurde das Rennen wie geplant am Sonntagnachmittag auf dem Sachsenring gefahren.
Für mich war es sehr schwer, das Geschehen zu akzeptieren, da Kurt Hock (Hock Racing) und Enrico Becker nicht nur WM fahren, sondern auch in der IDM an den Start gingen und auf dem besten Weg waren, in diesem Jahr den Meistertitel einzufahren.
Ich hatte noch mit den beiden in Oschersleben beim IDM Lauf gesprochen und dort ein schönes Foto gemacht.
Leider zeigte sich hier der Motorsport mal wieder von seiner dunklen Seite.
Damit möchte ich diesen Bericht zum Abschluss bringen.
Ich hatte vier schöne Tage am Sachsenring - mit kleinen Abstrichen, wegen der tragischen Vorfälle am Samstag.
Mit 209.408 Zuschauern, die an dem Grand-Prix-Wochenende zum Sachsenring pilgerten, zeichnete sich erneut eine Steigerung zu den Vorjahren 2012 und 2013 ab und die SRM sagte an alle Dankeschön!
Wir sehen und am Sachsenring zur Moto Gp 2015

Mit Motorsportlichen Grüßen

Maik Mennicke   (Speed Foto #24)

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