Zurück
 Reise zum MotoGP nach Austin, Texas
Nun war es endlich soweit, 08.April 2014 8:00h morgens am Stuttgarter Flughafen.
Der Alex, ein Freund von den Ducati-Riders und ich, standen abflugbereit am Gate.

Unser Reiseziel: Austin, TX zum MotoGP und ein Besuch bei unserem Freund Curtis.
Nach langer, zweijähriger Vorbereitung und Planung, haben wir es nun geschafft, unseren Traum Wirklichkeit werden zu lassen.

Für mich war es der erste Trip in die USA, es wird aber nicht der letzte gewesen sein.
Die Landung am nächsten Tag 16:30h in Austin, 45° im Schatten!
Ja da kann man sagen schön warm, mir hat es auf jeden Fall gefallen. Wärme macht mir nichts aus.
Und dort ist diese auch ganz anders als hier zu Lande, nämlich dort herrscht ganz trockene Wärme.
Nun, im Hochsommer klettert das Thermometer schon mal bis an die 65°; ob das dann noch auszuhalten ist, bezweifle ich auch.
Die Leute sind alle sehr nett, Service wird in jeder Hinsicht groß geschrieben.
Es läuft dort alles viel ruhiger ab als bei uns.
Natürlich ist alles etwas größer, weiter und besser als bei uns, aber es gibt auch Dinge die ich nicht so für gut befand.
Der berühmte i Punkt hat bei vielen Dingen gefehlt, somit war vieles nur halbherzig gemacht.
Eigentlich schade, denn in letzter Sequenz ist es ja verschwendete Zeit und man muss es ja noch mal machen.
Nun gut, wir Deutschen sind da schon manchmal ziemlich genau, ich zähle mich jedenfalls dazu.
Aber vielleicht macht das den gewissen Reiz aus, den Amerika ausstrahlt.
Für mich waren die Schrauber-Garagen faszinierend, einige waren echt Top wie z.Bsp. der Austin Speed Shop, oder ein paar kleinere.
Manche waren einfach nur schlechte Garagen, wo wir uns gefragt haben wie dort Geld verdient wird.
Und in genau so einer Garage auf dem Hof steht hinten mal so eine 50er Corvette Stingray rum....
Unbeachtet wie ein ungeliebtes Kind. Leider hatte ich mein Kamera nicht mit. Bilder nur mit Handy gemacht.
Der Alex und ich sind natürlich wie die kleinen Kinder um das Fahrzeug gesprungen, was die Leute dort nicht mal im Geringsten gestört hat.
Es standen noch andere Schätze in der Ecke, echt schade, aber man kann nicht alles haben im Leben.
Ich wäre gern noch ein paar Wochen mehr geblieben, das ging aber leider nicht.
Somit wird es ein Wiedersehen in Austin geben, vielleicht schon im nächsten Jahr!
Die Fotos vermitteln ein kleinen Eindruck von unserer Reise.
Leider habe ich keine Akkreditierung für den Austin GP bekommen, deshalb sind die Bilder von der Strecke nicht so toll, sorry schon mal im Voraus.
Im Paddock waren der Alex und ich aber schon und das war auch gut so, denn dort konnten wir uns ein wenig erfrischen und haben auch den einen oder anderen Fahren getroffen.

Vorbericht zum Race in Amerika!

Es wurde erstmals 1964 WM-Punkte in Amerika vergeben und zwar in Daytona.
Nach einer Pause von 22 Jahren kam 1988 erstmals Laguna Seca zum Zug.
Aber dort herrscht jetzt Funkstille, die Strecke ist zu alt und die Voraussetzungen, die man heute benötigt einen MotoGP zu vermarkten, waren leider in Laguna Seca zu schlecht.
Vor genau 50 Jahren (Febr. '64) gastierte der Motorrad-GP-Zirkus in den Vereinigten Staaten von Amerika und zwar in Daytona Beach, FL.

Das Highlight der ersten zwei US-GP: diese wurden 1964 und 1965 auf dem berühmten Daytona Circuit ausgetragen und damals wurden die WM-Läufe am selben Wochenende wie das Daytona 200 gefahren.

Nach 22-jähriger Pause kehrte der GP-Zirkus 1988 in die USA zurück, diesmal war der Schauplatz Laguna Seca in Kalifornien.
Dort wurde dann die Rennen bis 1998 gefahren, nur 1992 kam es zu einer einjährigen Unterbrechung, als die Dorna das kommerzielle Kommando von der FIM übernahm.
Nach 1994 folgte abermals eine Pause von zehn Jahren, ehe der Tross 2005 mit der neuen MotoGP-Viertakt-Klasse (990 ccm) nach Laguna Seca zurückkehrte.
Die kleinen Klassen wurden seither in Kalifornien nie mehr ausgetragen.
Weil die Formel 1 sich verabschiedete, holte Indianapolis 2008 erstmals die MotoGP-WM an den berühmten Brickyard.

Es gab dann bis inklusive 2012 jeweils zwei Grand Prix in Amerika.
2013 änderte sich die Situation, denn die neue «State of the Art»-Piste Circuit of The Americas (COTA) einigte sich gleich für zehn Jahre mit der Dorna und diese trug 2013 auch erstmals alle drei GP-Klassen aus.
Trotzdem wurde abermals in Laguna und Indy gefahren.
Laguna Seca sah sich jedoch außerstande, die Dorna-Gebühren für 2014 zu bezahlen, es fiel somit aus dem Kalender wahrscheinlich wird es nie wieder einen MotoGP erhalten.
Bisher sind in den USA insgesamt 25 Motorrad-GP ausgetragen wurden: Daytona 2, Laguna Seca 15, Indianapolis 6, Austin 2.

Andrea Iannone: Erstes gutes Ducati-Rennen

In Austin lag Pramac-Pilot Andrea Iannone lange auf Podestkurs, doch am Ende stand ein anderer Ducati-Pilot auf dem Treppchen.
In der Anfangsphase des Grand Prix of the Americas sorgte ein kapitaler Frühstart von Jorge Lorenzo für Aufregung und Überraschung.
Aber auch Andrea Iannone verblüffte die Fans und - im Gegensatz zu Lorenzo - auf positive Art & Weise.
Der Italiener mit der Pramac-Ducati steuerte auf Rang 3 zu und wehrte sich erfolgreich gegen Valentino Rossi, bis dessen Reifen abbauten.
Doch am Ende bauten auch Andrea Iannones Reifen schneller und rapider ab, als es Ihm lieb war.
Die Reifen waren ein großes Thema an diesem Wochenende in beim Austin GP.
Es waren Diverse Reifenschäden zu sehen und diese waren enorm.
Denn bei manchen Fahrern hatten sich Handteller-große Teile aus dem Reifen gelöst!
Doch am Schluss stand nicht Andrea Iannone auf dem Treppchen, sondern Andrea Dovizioso aus dem Ducati-Werksteam.
Er sorgte für das erste Ducati-Podium seit Valentino Rossis zweitem Platz in Misano 2012.

Cal Crutchlows Wochenende durchwachsen!

Für Cal Crutchlow war das Wochenende durchwachsen, seine beste Rundenzeit gelang Ihm beim Rennen auf dem Circuit of The Americas und zwar in Runde 11, aber in der zwölften stürzte er brutal übers Vorderrad.
Crutchlow zwar vom siebten Startplatz weg losgefahren, nach drei Runden lag er bereits an vierter Stelle.
Aber da er starke Vibrationen vom Hinterreifen spürte, kam er zum Reifenwechsel rein, zwei Runden später war das Rennen vorbei Highsider in Turn 2, (da möchte ich nicht auf die Nase fallen!).
Crutchlow verletzte sich an der rechten Hand und wurde sofort ins Medical Centre an der Strecke gebracht.
Es wurde dort festgestellt, dass er eine Luxation des kleinen Fingers an der rechten Hand erlitten hat. Er wurde zu einem Spezialisten nach San Diego in Kalifornien gebracht für weitere Behandlungen.

Cal Crutchlow: "Ich war sehr optimistisch, aber leider hatte ich ein Problem mit dem Hinterreifen und zwar von Runde 1 weg.
Ich spürte sehr starke Vibrationen, sie wurden ärger und ärger.
Ich habe dann eine Bodenwelle erwischt, das Motorrad kam aus der Balance... Das ist eine schnelle Kurve in Turn 2, und es sah anfangs wie ein normaler Crash aus.
Aber ich wurde mit dem Motorrad verwickelt, es hat mich schließlich mit einem Highsider abgeworfen.
Ich habe meine Hand so stark angeschlagen, dass ein Finger ausgerenkt wurde.
Der Hand ist so übel angeschwollen, dass ich gar nicht sehen konnte, wo das Problem lag.
Es tut mir sehr leid für das Ducati-Team.
Aber ich bin froh, dass Andrea einen Podestplatz geschafft hat und alle Jungs von Ducati Corse für ihre unermüdliche Arbeit entschädigt hat.
Alles in allem haben unsere Helden mit den roten Diven aus Bologna ein versöhnliches Ergebnis erziehlt.
Und wir fuhren mit dem Auto nach Austin City zurück.
Nach den Tagen davor, mit so vielen Eindrücken, waren wir ganz schön kaputt. Ein wenig ausruhen war angesagt.
Nun hatten wir noch drei Tage, um uns wieder anderen Dingen zuwenden zu können.
Wir haben viele Leute getroffen und bei vielen hat sich im Gespräch ergeben, dass sie aus Deutschland sind.
Es waren nicht gerade wenig, die das zu erkennen gegeben haben.
Es hat mich sehr verwundert, wie viele es waren.
Fazit:
Es war schön, für mich sogar super schön, ich habe mich dort sehr wohl gefühlt.
Sodaß ich meine Frau nach der Ankunft am 18. April in Deutschland fragte, ob Sie sich vorstellen könne, mit mir dort zu leben?
Die erste Reaktion war nicht so wie ich das erwartet habe, aber man kann ja an der Sache arbeiten......

Mit Motorsportlichen Grüßen

Maik Mennicke   (Speed Foto #24)

Zurück